Winterleague 2010
Zum erst zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ließen sich die amPullen auf der Winterleague blicken. Merkwürdig eigentlich, bedenkt man, dass es uns eigentlich recht leicht fallen sollte, ein Open Team zusammen zu stellen, und Open Turniere in unserer Kragenweite ja nicht all zu dicht gesät sind, auf dem Turnierkalender.Um so schöner aber, dass es uns heuer nicht nur gelang, eine Truppe zur Winterleague zu schicken, sondern, dass diese Truppe auch noch für einen sensationellen Erfolg sorgen konnte. Erstmals in der Vereinshistorie gelang es den amPullen nämlich, bis ins Finale eines Turniers vorzudringen. Der Weg dorthin gelang uns trotz heftigem Wind, und der großem Einsatz jedes Einzelnen vor allem durch eine grandiose taktische Disziplin.
Gruppenphase
amPullen vs. Chuck Bronson 9:4
Gegen Chuck Bronson sind es immer recht enge Partien, wo Kleinigkeiten den Unterschied machen. Dieses mal schien es aber anders zu laufen. Unsere Defensive klappte perfekt, und in der Offensive spielte wir trotz böigem Wind nahezu fehlerfrei bis zum Stand von 8:1. Die Bronsons konnten sich aber im Verlauf der Partie immer besser an unsere Defensive anpassen, und plötzlich klappte es bei ihnen mit den Punkten, während bei uns scheinbar Nervosität ins Spiel kam. Wir wollten den Flow vom Spielbeginn wieder erzwingen, und verkrampften dabei. Schlussendlich reichte die Zeit aber für die Bronsons nicht mehr, und der letzte - ewig lange Punkt - ging dann auch noch an uns. Ende gut, alles gut, also. Man ist schon fast geneigt zu sagen, dass es sich um einen typischen amPullen Sieg handelte. Irgendwann kommt bei uns nur all zu oft der Punkt, wo ein gutes Spiel zu kippen droht. Irgendwie schaffen wir es aber dann doch auch immer wieder, uns aus diesem Schlamassel zu befreien.amPullen vs. Morthens (SVK) 13:10
Rund vier Stunden waren vergangen, seit der Partie gegen Chuck Bronson. Genug Zeit, um die Morthens etwas auszuspähen, und uns ein taktisches Konzept gegen sie zu überlegen. Es sollte eine Sideline-Zone sein, mit der wir ihrer Offensive beikommen wollten. Und wieder gelang es zu Beginn hervorragend. Wir erspielten uns abermals ein angenehmes Polster von 5 Punkten, bis die Morthens endlich eine Lösung für die von unserer Defensive gestellte Aufgabe fanden. Danach ging es hin und her, mit leichten Vorteilen für die Slowaken, die wir aber aufgrund des Polsters gut auffangen konnten. Der nächste Sieg und damit auch der Gruppensieg in unserer Gruppe C war eingefahren.Kreuzspiel
amPullen vs. Stolichnaya 12:5
Jaja, die Stolichnaya, die sind ein ganz eigenes Kapitel, im Ultimate-Sport. Kaum ein anderes Team beherrscht das Chaos derart gut, wie die Wiener „Russen“. Dementsprechend schwer war es auch, sich eine Taktik zu überlegen, und es gelang uns auch tatsächlich nicht, anfangs etwas zu haben, was wirkte. Zwar waren von Beginn weg in Führung, konnten die geballte Russenpower aber bis zum 4:4 nie abschütteln. Das hatten wir uns so freilich nicht vorgestellt, was erste Unmutsbekundungen im Team heraufbeschwor. Anstatt uns aber den Gegebenheiten hinzugeben, stellten wir unsere Defense auf eine Mannverteidigung um. Eine Umstellung, die sich als Goldrichtig erwies, denn von diesem Zeitpunkt an hatten wir die Partie fest im Griff. Die "Stolis" waren nach der Partie trotzdem recht zufrieden mit ihrer Partie und auch mit dem Spaß, der dabei aufkam. Und spaßig war es auch wirklich sehr, dieses Spiel! Danke dafür.Halbfinale
amPullen vs. Inner Circle 8:6
Kaum zu glauben, aber wahr. Durch den Sieg über Stolichnaya waren wir schon in den Top 4 des Turniers. Die Party am Samstag Abend fiel für einige in unserem Team entsprechend feucht fröhlich aus. Glücklicherweise aber nicht für alle, wodurch wir die Sonntag-Morgen Partie doch mit einem halbwegs fokussierten Line-Up beginnen konnten. Das war auch bitter nötig, gegen Inner Circle aus Ried. Diese Duelle stehen nämlich seit jeher auf des Messers Schneide. Mal geht's knapp für uns aus, und mal knapp für die Innviertler. Dieses Mal gelang es uns wieder, von Anfang weg einen kleinen Vorsprung heraus zu spielen, und diesen Vorsprung gaben wir nicht mehr aus der Hand, obwohl die Rieder wirklich toll dagegen hielten, nie aufgaben, und unsere Coolness auf eine echte Bewährungsprobe stellten. Herausragend an diesem Spiel ist ein Meisterhafter "Greatest" (siehe unten) unseres fliegenden Holländers, Martijn, der sogar zu einem Punktpass auf Lucas wurde. Eine unglaubliche Szene, für die man einerseits natürlich etwas Glück, andererseits aber auch eine tolle Körperbeherrschung und einen unbändigen Willen braucht. Obwohl das Spiel wirklich bis zuletzt enorm eng war, und es für beide Teams um einen großartigen Erfolg - nämlich den Finaleinzug - ging, wurde es unglaublich fair und ruhig geführt. Das ist echter Spirit - eine wahre Freude!The Greatest: Ein Spieler springt im Feld ab, fängt danach die Scheibe, die sich im "Aus" befindet, und wirft sie wieder ins Feld zurück, bevor der Fuß oder ein anderer Körperteil des Spielers den Boden im "Aus" berührt.
Finaaaaleeee - wohoooo!
Cosmo Disc (SLO) vs. amPullen 14:1
Da die Slowenen gerne in der stärker besetzten Pro-Division gespielt hätten, was ihnen aber vom Veranstalter aufgrund ihres schlechten Vorjahresresultats verwehrt wurde, gingen wir als krasser Außenseiter ins Finale. Der Glaube an uns selbst war trotzdem da, und wir spielten auch gar nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten ließe. Die Punkte wollten uns halt einfach nicht gelingen. Nichts desto trotz - Cosmo Disc war überlegen und folglich verdient deutlich in Führung. Was dann aber passierte ist, gerade angesichts der klaren Verhältnisse, unbegreiflich. Die Slowenen - bekannt für eine eher robuste Spielweise - akzeptierten offenbar unsere physische Präsenz beim Stand von 6:0 nicht mehr, und versuchten in der Defensive förmlich durch uns durch zu springen, um unsere Offensivbemühungen zu unterbinden. Gelungen ist ihnen das ja auch - nur zu welchem Preis? Martijn und Lucas mussten durch die übermotivierte Spielweise der Gegner verletzt ausscheiden. Lucas muss sogar eine mindestens sechswöchige Auszeit vom Sport nehmen. So sollte das natürlich nicht laufen.Das Finale erwies sich als krasses Kontrastprogramm zu den vorangegangenen Spielen, und schmälerte die Freude am Erreichten doch etwas. Das Ergebniss war schließlich sekundär, einfach mit halbwegs heilen Knochen das Spiel zu beenden, war das primäre Ziel. Aktiv, aggressiv und engagiert zu spielen ist logischerweise legitim und zeichnet die wirklich starken Teams auch aus, aber was Cosmo Disc in diesem Spiel aufführte war schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.
Schlusswort
Echt schade um das Finale, und die gemischten Gefühle, die es bei uns hinterließ, denn eigentlich hatten wir uns einen würdigen Abschluss erhofft und auch verdient. Nimmt man dieses eher traurige Spiel aber aus, so war die Winterleague 2010 ein grandioser Erfolg für amPullen, der Lust auf mehr machte. Vor allem die Breite, die wir durch die toll aufspielenden Neulinge David, Hopl und Karim sowie den Rückkehrer Richi in unseren Open Kader bringen konnten, ist ein Versprechen für die Zukunft.Rankings
Pro-Division
Spirit of the game: Catchup
| 1. | zero51 (ITA) |
| 2. | Outsiterz (SVK) |
| 3. | Catchup (Graz) |
| 4. | yellow (TCH) |
| 5. | Upsadasie (Wien) |
| 6. | Hallodigaze (HUN) |
| 7. | the bigEZ (Wien) |
| 8. | FUJ (TCH) |
| 9. | Mental Discorder (SVK) |
| 10. | jungEZ (Wien) |
| 11. | discoboyEZ (Wien) |
| 12. | PeaceEgg (TCH) |
| 13. | LOL (HUN) |
| 14. | JJRR (Gleisdorf) |
| 15. | Voladora (ITA) |
| 16. | W.entlemen (Wien) |
Open-Division
Spirit of the game: Stack Overflow
| 1. | Cosmo Disc (SLO) |
| 2. | amPullen (Linz) |
| 3. | Scorpions (SVK) |
| 4. | Inner Circle (Ried i. I.) |
| 5. | Vertigo (SLO) |
| 6. | Spin (Wien) |
| 7. | Morthens (SVK) |
| 8. | Stolichnaya (Wien) |
| 9. | Winona Raiders (Mödling) |
| 10. | Chuck Bronson (Wien) |
| 11. | Dreh&Trink (Wien) |
| 12. | Mosquitos (Klosterneuburg) |
| 13. | Stack Overflow (Hagenberg) |
Leider sind uns die genauen Rankings der Divisionen "Damen" und "Juniors" noch nicht bekannt.
